(Pressemitteilung DGMH e.V. und Ärztezeitung 12/2008)
Nicht nur Behandler und Patienten, auch die Arzneimittelhersteller hadern mit Brüssel. Die Vertreter komplementärmedizinischer Therapien fürchten, dass homöopathische und anthroposophische Arzneien durch eine unpraktikable europäische Gesetzgebung zusehends vom EU-Markt verdrängt werden. Dabei geht es nicht nur um Freiheit und Selbstbestimmung in der Gesundheitspolitik, sondern um viel Geld. "Die Homöopathie lebt von der Vielfalt der verfügbaren Arzneien, weil sie eine Individualmedizin ist. Wenn aber die Kosten für die Registrierung und Zulassung weiter steigen, wird das erhebliche Auswirkungen auf die Produktpalette nach sich ziehen", so Max Daege, Präsident von Echamp, einer europäischen Vereinigung von Herstellern homöopathischer und anthroposophischer Arzneimittel. Komplementärmedizinische Verfahren sind bei Patienten zunehmend erwünscht und entwickelten sich daher zu einem starken Wirtschaftsfaktor. Mehr als 120 Millionen EU-Bürger nutzen Echamp zufolge regelmäßig homöopathische und anthroposophische Arzneien der Therapien. Spitzenreiter bei Herstellung und Verkauf ist Deutschland. Im Jahr 2005 verkauften die Hersteller nicht-allopathischer Arzneimittel nach Angaben von Echamp europaweit Produkte im Wert von 930 Millionen Euro. 87 Prozent davon entfielen auf Homöopathika. Die Präparate machen der Vereinigung zufolge rund ein Prozent des gesamten Pharmamarktes aus. Bei den rezeptfreien Produkten betrage der Anteil etwa sieben Prozent. Der Markt wachse zudem jährlich um etwa fünf Prozent. Spitzenreiter bei der Herstellung und beim Absatz seien Deutschland und Frankreich, gefolgt von Italien, den Niederlanden und Spanien.
HZ
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