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Buchrezensionen

Mitteldetails der homöopathischen Arzneimittel – Materia medica synthetica

Seideneder, Armin
 
Similimum-Verlag für homöopathische Literatur
Aleksandar Stefanovic
Ruppichteroth, 1999
3 Bände
ISBN: 3-930256-12-6
ca. 6300 Seiten

Preis: 610.00 EURO

Häufig nimmt die Suche kein Ende, da ... bei allem anscheinenden Reichtum an Hilfsmitteln zur Benutzung unseres Arzneimaterials, es uns doch immer noch an einem Werk fehlt, welches zweckmäßige Einrichtung, möglichste Kürze und notwendige Vollständigkeit so miteinander vereine, dass der Suchende alles, was er begehrt, so schnell als möglich nicht nur auffinden, sondern auch mit dem Ähnlichen vergleichen und in seiner Eigentümlichkeit unterscheiden könne.“ So schrieb schon Georg Gottlieb Heinrich Jahr 1848 im Vorwort zu seinem "Ausführlichen Symptomenkodex der homöopathischen Arzneimittellehre“. Heute, ca. 150 Jahre später, finden wir dieses Vorwort wieder – als Zitat im Vorwort von Armin Seideneder zu seinem 3-bändigen Werk "Mitteldetails der homöopathischen Arzneimittel“. Denn er hat es sich zur Aufgabe gemacht, einen Überblick über das homöopathische Wissen von Generationen von Homöopathen aus der ganzen Welt innerhalb einer Materia Medica zu geben. Damit ist nicht eine ("schon wieder eine ...“) neue Materia Medica entstanden, sondern es ist eine unvergleichlich komprimierte Materia Medica entstanden, in die sämtliche Strömungen einfließen, und dabei werden exakt detaillierte Einzelphänomene beschrieben.
Armin Seideneder hat hierzu, so Jürgen Becker in seinem Geleitwort, sehr wertvoll all die Informationen herausgesucht, die etwas Wesentlicheres zum Verständnis des Ganzen beizutragen versprechen. In Seideneders "Mitteldetails“ wurde gekonnt der Bogen von traditionell klassischer zu moderner verständnisorientierter Homöopathie gespannt, von Kents Repertorium angefangen, weiter mit den klassischen Autoren, über Candegabe, Coulter, Masi-Elizalde, Ortega, Paschero, Sankaran, Vithoulkas u. a. bis in die Gegenwart. Das ist in diesem Umfang einzigartig. Insgesamt fanden Symptome aus ca. 200 Quellen Eingang in die "Mitteldetails“ und das zu 1.300 Arzneimitteln. Neben den umfangreichen alten Quellen (Hahnemann, Jahrs und Herings Prüfungen, Noack und Trinks, Hering, Allen usw.) sind auch ausführlich neuere Prüfungen, Erfahrungen und Erwägungen von den modernen Homöopathen enthalten. Das ermöglicht dem Leser ein Mittel aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Da die Quellenangaben in jedem Band namentlich auf einem Lesezeichen aufgeführt sind, kann der Leser die Aussagen, je nach bevorzugter Strömung (Bad Boll, Vithoulkas, Südamerikanisch usw.) gewichten und gezielt suchen. Trotz der immensen Fülle an Informationen geben die Mitteldetails ein lebendiges Bild über das Wesen eines Arzneimittels – unabdingbar bei dieser Lektüre ist es jedoch zu filtern und sich auf die für einen wichtigen Kernaussagen zu konzentrieren, denn sonst erschlägt einen die Vielfalt der echten Details zu einem Mittel und man steht, homöopathisch gesehen "ganz schön im Wald“. Es ist aber von unschätzbarem Wert, wenn man zur Bestätigung von einigen Symptomen nichts wirklich Hinreichendes in der gängigen Literatur gefunden hat – im "Seideneder“ steht‘s bestimmt, und sei das Symptom noch so klein und ungewöhnlich. Nur in den umfangreichsten Werken (Allens Encyclopedia und Complete Repertory) soll sich angeblich noch das ein oder andere Detail finden lassen, welches in den Mitteldetails fehlt.
So sind die drei Bände der "Mitteldetails“ ein beglückender Fundus für all diejenigen, die gerne ausführlich nachschlagen (und sich jetzt nicht mehr durch viele verschiedene Bücher wühlen müssen), und für die, die ein Mittel mit all seinen Facetten kennenlernen möchten und nach der zentralen Mittelidee forschen wollen. Auch für die Differentialdiagnose zwischen den repertorisierten Mitteln ist der "Seideneder“ durch die Fülle der detaillierten Informationen eine große Hilfe. Außerdem sind die Weiheschen Druckpunkte, die Sternzeichen-Zuordnung, die Lieblingsfarbe, Dosierungsempfehlungen und die Mittelverwandschaften angeführt.
Damit sind die Mitteldetails eine weitestgehend vollständige Vereinigung von sowohl der alten Originalliteratur als auch neuerer Prüfungen und Gedanken zu dem Wesen eines Mittels – im bewährten Kopf-zu-Fuß-Schema.
Wer dennoch nicht fündig wird, dem gebe ich Armin Seideneders Worte von Seite 2 mit auf den Weg: "LIEBE HEILT“, na bitte!

Susan Ballauf

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